31. Januar 2012 Im Regenbogenhaus steht Magdeburgs erste Klangwelle

Nur durch Spenden möglich

Töne ganz neu spüren – das können die Bewohner des Regenbogenhauses Magdeburg seit heute. In dem Wohnheim für Menschen mit geistigen Behinderungen steht eine Klangwelle. Für dieses bisher einmalige Angebot in Sachsen-Anhalt wurde im Haus der Musiktherapieraum neu eingerichtet. „Musiktherapie hat bei uns Tradition. Gerade für unsere Bewohner, deren Sinneswahrnehmungen beeinträchtigt sind, ist diese Therapie von großem Erfolg. Wir haben die Erfahrung, dass Unruhe, Aggressivität oder auch Apathie damit positiv beeinflusst werden Können“, erklärt Gerhard Ackermann, Leiter des Regenbogenhauses. Bisher gab es das Angebot der Klangmassage nach Hess mit Klangschalen in einer kleinen Variante, was mit sehr gutem Erfolgen angewendet wurde.

Die Musiktherapeuten wünschten sich eine Erweiterung der Klangschalenmassage, aber besonders groß war der Wunsch nach einer Klangwelle. Sie wissen, dass damit bei regelmäßiger Anwendung ein noch besserer Effekt bei Menschen mit geistiger Behinderung möglich ist. Nun ist eine Klangwelle Dank großzügiger Spenden angeschafft worden. „Diese ermöglicht ganz neue therapeutische methodische Ansätze“, freut sich der Musiktherapeut Carlos Martinez. Die neue Klangwelle verbindet zwei Musikinstrumente, die sich durch ihre unmittelbare Wirkung auf dem menschlichen Organismus gegenzeichnen: das Monochord und die Schlitztrommel.

Beim Monochord (mono=eins, chord=Saite) entsteht ein sphärischer Klangteppich. Die 40 gleichklingenden Saiten bringen die Liegefläche zum Schwingen. Es bilden sich Schwebungen der Obertöne, die als „singende Töne“ wahrgenommen werden. Der Ton wirkt beruhigend für Geist und Körper und das Obertonspiel regt die Wahrnehmung an. Diese einfache und wirksame Anwendung von Klang lässt sich gut im Alltag des Regenbogenhauses integrieren. Die Klangerfahrung hat einen klar strukturierten Rahmen und gibt den Bewohnern die Möglichkeit, gezielt und nach Bedarf Spannungen abzubauen. „Das ist vor allem für unsere Ich will mich – Projektteilnehmer eine wichtige, zusätzliche Therapie“, erklärt Gerhard Ackermann. Bei „Ich will mich“-Projektteilnehmern werden unter medizinischer Kontrolle Psychopharmaka reduziert. Stattdessen soll durch alternative verhaltenstherapeutisch orientierte Methoden auf die Stimmungen, Bedürfnisse und Wünsche der Bewohner eingegangen werden.

Die Anschaffung der Klangwelle und die Erweiterung der Klangmassage wurden nur durch finanzielle Unterstützung von Spendern möglich. So spendete die Siemens AG, Niederlassung Magdeburg 3.000 Euro und aus der Aktion „Volksstimme Leser helfen“ kamen 5.300 Euro zusammen. „Dafür sagen wir von ganzem Herzen Danke! Ohne die großartige Unterstützung der Leser und Firmen hätten wir uns diese Klangwelle sowie Erweiterung der Klangmassage nicht leisten können“, so Ackermann weiter.