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Archiv für die Kategorie ‘forschen’

27. April 2012 „Ich will mich“ erhält „Finanzspritze“


Gerhard Ackermann, Leiter des PARITÄTISCHEN Regenbogenhauses, bedankte sich herzlich bei Ulrich Schmidt, Generalbevollmächtigter bei der Volksbank Magdeburg eG, für die Spende.

Im letzten Jahr tauschten Gerhard Ackermann, Leiter des PARITÄTISCHEN Regenbogenhauses Magdeburg, und Ulrich Schmidt, Generalbevollmächtigter bei der Volksbank Magdeburg eG, die Arbeitsplätze. „Perspektivwechsel“ hieß das Projekt, das zugleich der Start einer wunderbaren Partnerschaft war.

Neben der Ausstellung der „Kunstbanausen“ (Menschen mit Behinderungen zeigten ihre kreativen Kunstwerke in der Bank), gab es gemeinsame Aktionen zur „Meile der Demokratie“. Auch zur Fach- und Dankeschön-Veranstaltung des Projektes „Ich will mich“ war Ulrich Schmidt zu Gast. Und kurz vor der Mittagspause sorgte er für eine tolle Überraschung: Im Namen der Volksbank Magdeburg eG übergab er 1000 Euro. Gerhard Ackermann freute sich über die Spende und wird das Geld für zusätzliche Therapien, die allen Bewohnern zugute kommen, einsetzen.

02. April 2012 Abschlussveranstaltung

Sehr geehrte Damen und Herren,

drei Jahre Modellprojekt sind schnell vergangen. Für uns war es eine sehr wertvolle Zeit und brachte viele neue Erkenntnisse. Diese werden über den Projektzeitraum hinaus unsere pädagogische Arbeit bestimmen. Es sind verbindliche Kooperationsbeziehungen zu verschiedenen Professionen entstanden.
Unsere Bewohner und Bewohnerinnen haben sich verändert. Wir haben viel zu berichten und laden Sie deshalb herzlich zu unserer Abschlussveranstaltung am 25.04.2012 in den Moritzhof Magdeburg ein. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und Interesse.

Ihr

Gerhard Ackermann

11. Februar 2012 Interdisziplinäre Fallkonferenz

Das Projekt „Ich will mich“ wird von Vertretern verschiedener Fachrichtungen begleitet. Ziel dabei ist es, Entwicklungen und Veränderungsprozesse innerhalb des Projektes aus verschiedenen Blickwinkeln, mit der jeweiligen fachlichen Kompetenz einzuschätzen und ganzheitlich bewerten zu können. Dass durch dieses interdisziplinäre Netzwerk auch Handlungswege in Krisenfällen erschlossen werden können, zeigte sich Ende November 2011 bei einer interdisziplinären Fallkonferenz zum Thema Angelika.

In dieser Beratung wurden von behandelnden und beratenden Fachärzten der Psychiatrie/Neurologie, dem Vertreter der wissenschaftlichen Begleitung von der UNI Halle, einer Psychologin und dem pädagogischen Team, Verhaltensbilder analysiert. Jede Profession hatte die Möglichkeit ihre Einschätzungen zu formulieren. Psychologische, medizinische und pädagogische Prozesse und Sichtweisen konnten auf direktem Weg kommuniziert werden. Nachfragen, Einschätzungen und evtl. Korrekturen im Verlauf der Krankheit von Angelika wurden in einer sehr offenen Begegnung formuliert. Gerade das heutzutage häufig zu kurz kommende Patientengespräch, wenn es um psychiatrische Störungsbilder geht, konnte stellvertretend aber mit Zustimmung von Angelika geführt werden. Anhand von Videosequenzen wurden Verhaltensweisen, Wünsche und Äußerungen zum eigenen Erleben von Angelika veranschaulicht und erfassbar gemacht. Unmittelbar vor der Konferenz suchten der behandelnde und der beratenden Arzt Angelika in ihrer Wohnung auf, um sie auch direkt zu Wort kommen zu lassen, soweit dies im Moment möglich war.

Ebenfalls im Mittelpunkt der Konferenz standen Ängste und Unsicherheiten der Mitarbeiter, welche seit knapp zwei Jahren den oft schwierigen und schwer nachvollziehbaren Verlauf der psychischen Erkrankung begleiten. Alle bestehenden Fragen zu Wirkungen von Medikamenten, psychologischen Mustern und pädagogischem Handeln konnten in der zweistündigen Konferenz besprochen werden. Am Ende der interdisziplinären Fallkonferenz wurden die Ergebnisse zusammengetragen, eine vermutete medizinische Diagnose gestellt und Handlungsmuster zur täglichen Assistenz dargelegt. Die weiteren Schritte wurden verabredet und Verantwortlichkeiten festgelegt. Das pädagogische Team des Wohnbereiches bedankt sich für die Möglichkeit zu dieser Fallkonferenz.

13. Dezember 2011 Ilona bekommt neue Medikation

Ilona, eine der ersten Teilnehmerinnen, die völlig frei von Psychopharamka gewesen ist, hatte im Sommer 2011 begonnen, immer wieder sich selbst zu reflektieren, mit der Aussage: „Ich merke wie unruhig ich bin, andere nerve, mich wieder schneller aufrege und nachts nicht richtig und ruhig schlafen kann“. In den vereinbarten täglichen kurzen persönlichen Gesprächen mit ihr brachte sie dies immer wieder mit ein. Irgendwann bat sie auch um einen Termin beim Psychiater, um sich doch wieder eine Tablette verordnen lassen zu wollen. Dieser war anfangs nicht gleich bereit dazu und versuchte ihr zu erklären, dass sie auch ohne Medikamente gut leben kann. Unverändert von einer inneren Unruhe getrieben, mit einhergehenden aufbrausenden Verhalten, verlangte Ilona dann im September doch ein Medikament zu bekommen. In Abstimmung zwischen den Kooperationspartnern empfahlen wir den behandelnden Facharzt für Neurologie/Psychiatrie zu prüfen, auf welche Art und Weise Ilona doch geholfen werden kann. Dieser verordnete dann Mitte September das Medikament Seroquel zur Nacht.
Ilona war mit dieser Entscheidung sehr schnell sehr zufrieden. Schlief plötzlich jede Nacht wieder gut. Sie sagte, sie fühle sich wieder besser und stellte fest, dass sie ruhiger wird auch in der Begegnung mit anderen Menschen in der Wohngurppe und in der Werkstatt, wo sie arbeitet.
Aus heutiger Sicht und den guten Erfahrungen ihrer persönlichen Entwicklung können wir folgendes feststellen:

  • Eine erneute positive Entwicklung ihrer Persönlichkeit ist festzustellen.
  • Ihr Selbstbewusstsein, bedürfnisentsprechende Mahlzeiten zu sich zu nehmen, auch auf die Gefahr, ein paar Pfunde an Körpergewicht zuzunehmen, ist verbessert. Zuvor setzte sie sich selber unter Druck, unbedingt viel abnehmen zu müssen.
  • In Gruppengesprächen ist Ilona aktiv und positiv zu erleben, war sie doch sonst als ständig negativ denkende und redende zu anderen Personen der Wohngruppe zu erleben.
  • Sie hat es wieder gelernt, ihre eigenen Grenzen der Kommunikation beim Zuhören und Reden besser einzuschätzen und einzuhalten.
  • Neu ist Ilona mit einen ironischen, trockenen Humor zu erleben, der gut zu ihr passt und nicht missverstanden wird von ihren Mitbewohnern.
  • Ein neuer Aspekt: Sie ist in der Lage, sich und ihre „Nervosität“ selbstkritisch, ja fast ironisch betrachten und reflektieren zu können.

08. Dezember 2011 Das Regenbogenhaus zu Gast bei Studenten

Dr. Annette Mulkau, als Diplom-Psychologin Kooperationspartnerin im Projekt, unterrichtet derzeit auch als Vertretungsprofessorin an Hochschule Magdeburg-Stendal Studenten im Bachelor „Soziale Arbeit“. Sie regte an, über das „Ich will mich“ in dem Seminar zu berichten, um den Studenten mehr Praxis zu vermitteln. Gabriele Rochow, Pädagogische Leiterin im Regenbogenhaus, folgte der Einladung gern und berichtet in zwei Seminaren über „Ich will mich“. „Die Studenten waren sehr offen udn interessiert, stellten viele Fragen, es entstand eine rege Diskussion“, resümiert Gabriele Rochow. Vor allem die Umsetzung des Entmedikamentisierungsprojektes, die Abläufe, die interne Kommunikation, das „Mitnehmen“ der Mitarbeiter gehörten zu den Dingen, die die Studenten wissen wollten. Anregende 90 Minuten in der Fachhochschule aus der Praxis – eine runde Sache. Im nächsten Jahr soll die Vortragsreihe in den Seminaren fortgesetzt werden.

24. Oktober 2011 Pädagogen zu Gast im Regenbogenhaus

Pädagogen zu Gast

Dr. Hartleib, Schulrektor der „Schule am Wasserfall“, verfolgt mit Interesse unser Projekt. Da in seiner Schule Kinder mit geistiger und schwerstmehrfacher Behinderung unterrichtet werden, lag es nahe, hierzu Erfahrungen auszutauschen. So waren kürzlich Pädagogen und Mitarbeiter der „Schule am Wasserfall“ zur Fortbildungsveranstaltung im Regenbogenhaus zu Gast. Überrascht waren die Besucher über die großzügige räumliche Ausstattung und besonders fiel Ihnen die Individualität der Bewohnerzimmer auf, die von einzelnen Projetteilnehmerinnen mit Stolz gezeigt wurden. Freude kam auf, als Gäste ehemalige Schülerinnen und Schüler wiedererkannten.

Nach der Einführung in das Projekt „Ich will mich“ durch Einrichtungsleiter Gerhard Ackermann wurde rege diskutiert und gefragt. Wie wurden die Teilnehmer ausgesucht? Wie ist die Zusammenarbeit mit Angehörigen? Wie reagieren die Krankenkassen auf das Projekt? Denn neben der Ersparnisse für die Medikamente werden auch Arztkosten für Überweisungen und Behandlungen eingespart – ein Bereich, den wir noch gar nicht im Blick hatten. Aber in erster Linie geht es uns nicht um Kostenersparnis, sondern um die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen.

Das Projekt auf die Schülerinnen und Schüler zu übertragen, war nicht das Ziel der Veranstaltung. Es ging vielmehr um die Sensibilisierung des Themas Psychopharmaka und geistige Behinderung. Gibt es eine Zeit, wo die Gabe von Medikamenten angezeigt ist, dann kann das für den Einzelnen sehr hilfreich sein. Es ist dann aber zu prüfen, ob daraus eine Dauermedikation werden muss.

Zum Schluss wollten alle wissen, wie es nach Beendigung des Projektes weitergeht. Auch wenn wir auf die Frage noch keine endgültige Antwort geben können, so steht doch fest: Der eingeschlagene Weg soll weiter beschritten werden und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen möglichst auch nach Projektende bedarfsgerecht betreut und begleitet werden.

10. Oktober 2011 Heiko ist neu im Projekt

Von den Teilnehmern, die im letzten viertel Jahr mit ihrer Reduktion von Psychopharmaka begonnen haben, ist Heiko derjenige, der sich am intensivsten mit diesem Schritt auseinandersetzt. So ist das Thema andere, also weniger Tabletten zu nehmen, ein regelmäßig wiederkehrendes in Gesprächen mit den Mitarbeitern seines Wohnbereiches. Dabei ist es ihm sehr wichtig, dass sowohl seine Neurologin, wie auch andere für ihn wichtige Bezugspersonen, über diesen Schritt informiert sind und diesen auch unterstützen. Heiko wird in diesen Gesprächen regelmäßig dazu ermuntert, den Prozess der Reduktion weiterhin bewusst und auch kritisch zu verfolgen.

27. September 2011 Das Leben in Bildern

Freiwilligentag im Regenbogenhaus

Viele Menschen fotografieren gern und halten ihr Leben in Bildern fest.
Die BewohnerInnen des „Regenbogenhaus“ haben zum Freiwilligentag ein solches Projekt unter dem Namen „So lebe ich“ gestartet und bekamen Unterstützung von zwei Freiwilligen: Jessica Einwiller und Rüdiger Jeziorski. Einen ganzen Tag lang fotografierten sie zusammen mit den beiden Ich-will-mich-Projektteilnehmern Bärbel Soika und Rüdiger Plock, nicht nur im Regenbogenhaus.

Sie gingen gemeinsam spazieren, haben Bilder gemacht an Orten der Stadt, die zu den Lieblingsplätzen der Bewohner gehören. Tolle Fotos sind entstanden, die mit den Teilnehmern auch ausgewertet wurden.

Am Abend des Freiwilligentages ließen wir alle gemeinsam bei der Abschlussveranstaltung im Puppentheater den Tag ausklingen. „Beide Freiwillige sind begeistert von dem begonnen Projekt und haben sich zur Fortführung verabredet. Damit ist es gelungen, diesen Tag als Auftakt für ein Projekt zu nutzen“, freut sich Gerhard Ackermann, Leiter des Regenbogenhauses.

30. August 2011 Der 7. Teilnehmer ohne Psychopharmaka

Torsten K. hat am 14. August laut Reduktionsplan die letzte Levomepromazin 25 mg erhalten und ist nun der 7. Teilnehmer, der frei von allen Psychopharmaka ist.
Dies erlebt er sehr positiv und kommuniziert es auch so in Gesprächen. Insgesamt erscheint Torsten K. weiterhin ausgeglichen und hat ein positives Ich-Bild von sich selbst. Das freut uns alle sehr. Sehen wir doch, welche Fortschritte jeder einzelne macht. Weitere neue Teilnehmer des Projektes befinden sich derzeit in der Vorbereitungsphase. Neues wird es darüber immer wieder hier zu lesen geben.

23. August 2011 Weiterer Bewohner im Projekt gestartet

Heiko D. ist mit Beginn der Gruppenfahrt am 8. August 2011 in den ersten Reduktionsschritt gestartet. Er bekommt nun mittags anstelle von 100mg Levomepromazin nur noch 50mg.
Während unseres Ausfluges nahm Heiko D. wie gewohnt aktiv an den Angeboten teil und zeigte auch im Sozialverhalten keine Änderungen.
Allerdings fragte er mehrere Male besorgt, warum er weniger Tabletten bekommt und ob dies sein juristischer Betreuer, die Regenbogenhaus-Mitarbeiter und seine Ärztin wüssten. Dies wurde ihm bestätigt und es wurde ihm gegenüber betont, dass weniger Tabletten seiner Gesundheit gut tun. Nach diesen Gesprächen war er beruhigt, vergewisserte sich nur noch einige Male, dass er morgens und abends weiterhin die gleichen Tabletten bekommt.

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